Düsseldorf noch wachsende Stadt?
Ein statistischer Beitrag
Schon 2024 wurde auf der dib-homepage ein Beitrag mit dem gleichen Thema veröffentlicht. Die dort geschilderte Tendenz hat sich bis heute fortgesetzt. Die Stadt wächst noch, wenn auch mit geringerer Intensität.
Bevölkerungsentwicklung 1975 – 2025
Nach langjährigem Bevölkerungsrück-gang der 1980er und 1990er Jahre begann ab 2000 die Bevölkerung in Düsseldorf bis heute wieder zu wachsen. Sie wuchs 2025 auf 659.312 Einwohner an. Der Anteil ausländischer Bevölkerung stieg mit 165.117 Einwohner auf 25 % an.
Nach der Statistik umfasst die ausländische Bevölkerung Personen, die u.a. keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. In Düsseldorf wohnen Ausländer aus allen Kontinenten, was auf die Weltoffenheit der Stadt hinweist.
Wanderungen 2010 – 2025
Die Wanderungsstatistik zeigt, dass der Bevölkerungszuwachs von dem Wanderungsgewinn (Saldo Zu- und Wegzug) ausländischer Bevölkerung getragen wird. Die letzten Jahre zeigen einen Rückgang der Zuwanderung mit großem Einschnitt in der Coronazeit und kurzfristigem Ansteigen durch die kompakte Zuwanderung ukrainischer Bevölkerung. Die deutsche Bevölkerung zeigt langjährigen Wanderungsverlust. Es ziehen mehr Personen aus Düsseldorf weg, als neue zuziehen.
Geburten/Sterbefälle 1978 – 2025
Seit 1976 hat sich bis etwa 2012 der Sterbefallüberschuss ständig ver-ringert. Die Zahl der Geburten ist bis 2016 angewachsen, die Zahl der gestorbenen Bevölkerung war in der gleichen Zeit rückläufig. Ab 2012 überstieg die Geburtenzahl die Sterbefälle und führte zu zusätzlichem Bevölkerungszuwachs trotz starkem Rückgang nach 2017 bis 2025. Die ab 2020 wieder ansteigenden Sterbefälle führten ab 2020 wieder zu einem Sterbefallüberschuss und dadurch zu zusätzlichem Bevölkerungsrückgang.
Fazit: Der Zuwanderungsgewinn hat nachgelassen. Zusätzlich verringert sich die Einwohnerzahl durch den in den letzten Jahren wieder auftretenden Sterbefallüberschuss, den negativen Saldo von Geburten und Sterbefällen. Insgesamt verringert sich durch den geringeren Zuwanderungsgewinn und die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung das Bevölkerungswachstum Düsseldorfs.
Die bisherige Stadtentwicklungsplanung geht bisher von einem ungebrochenen Wachstum der Düsseldorfer Bevölkerung und der Arbeitsplätze aus. Die Folgen-Beseitigung der gleichzeitig auf die Stadt wirkenden Krisen werden zum Ende des Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstums führen.
Der Ukraine- und Irankrieg, die Zollpolitik Amerikas, die negative Weltwirtschaft, auf deren Funktionieren Düsseldorf besonders angewiesen ist, führen zu Einnahmeverlusten. Zusätzliche Ausgaben zur Bewältigung der Klimakrise, Sanierung und Erneuerung der Infrastruktur (Brücken, Schulen, Straßen), Verkehrswende und erhöhte Steigerung der Baukosten belasten den Haushalt. Folgen der Digitalen Entwicklung wie Digitaler Handel erfordern eine Neuordnung der Handelsstrukturen und damit auch der Innenstadt. Das in der Coronazeit zur Kontaktverringerung aufkommende digital ermöglichte home-office verselbständigte sich, weil es den Bürobetrieben ermöglicht, die Bürostrukturen zu verändern und teure Büroflächen einzusparen und damit freizusetzen. Die rückläufige Wirtschaftsentwicklung und die Flächenfreisetzungen führten zu dem aktuell hohen Büroflächenleerstand. Die steigende Wohnungsnot erfordert mehr städtische Investitionen für Grundstückskäufe und Subventionen zur Herstellung preiswerten Wohnens
<Dr. Hagen Fischer 5/26, Eigene statistische Grafiken>