In Wahlkampfzeiten, in denen von den kommunalen Parteien eher Kosten trächtige Zukunftsprojekte in den Vordergrund gerückt werden, ist es wichtig, an solche Projekte zu erinnern, die im Wahlkampf keine Lobby haben. Das sind u.a. die Sanierung des Schlosses Jägerhof und insbesondere des Hofgärtnerhauses im Hofgarten.

Noch immer hat die Stadt keine Verwendung für das Hofgärtnerhaus nach dem Auszug des Theater Museum an seine neue Wirkungsstätte am Konrad-Adenauer-Platz gefunden. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude muss von Grund auf saniert werden. Durch die Tunnelrampen, die direkt vor dem Gebäude liegen, wurde das Hofgärtnerhaus beeinträchtigt. Um sich der gesetzlich verpflichteten Unterhaltung des Baudenkmals mit hohen Sanierungskosten zu entziehen gab es Pläne, das Gebäude an Inverstoren oder Firmen zu verkaufen, was aber in letzter Zeit in den Hintergrund trat, aber noch nicht ganz vom Tisch ist. Die Düsseldorfer Jonges fordern eine öffentliche Nutzung des historischen Gebäudes, von der auch die Bürgerinnen und Bürger etwas haben.   Ein langes Leerstehen des Gebäudes bedeute immer noch höher werdende Sanierungskosten. Die AG Hofgarten des Fachforums „Lebensraum Stadt“ der Lokalen Agenda Düsseldorf  setzt sich für den Erhalt und die Sanierung ein und schlägt die Einrichtung eines Bürgerzentrums für den Hofgarten mit Cafe vor, in dem eine Ausstellung über die Entwicklung des Hofgartens gezeigt wird und die Informationen über den Hofgarten und Veranstaltungen  gebündelt werden. Auch fachgerechte Führungen durch den Hofgarten können von dort aus organisiert und durchgeführt werden. Verwaltungsteile aus dem Freiraum- und Umweltbereich könnten noch hinzugefügt werden sowie Versammlungsräume für Veranstaltungen vorgehalten werden.

Welche historische Bedeutung hat das Hofgärtnerhaus?

Das damals noch einstöckige Hofgärtnerhaus wurde 1769 bis 1770 von dem Schöpfer des Benrather und Schwetzinger Schlosses Nicolas de Pigages (1723 – 1796) im Auftrag von dem Kurfürsten Carl Theodor zur Pfalz errichtet, in das als erstes der Hofgärtner Behrends einzog.  Behrends richtete eine viel besuchte Gartenwirtschaft ein und entwickelte das Hofgärtnerhaus zu einem geselligen Treffpunkt.
1780 wurde das Gebäude durch Peter Köhler seitlich erweitert und aufgestockt, 1796 bei der Beschießung Düsseldorfs durch französische Truppen zerstört.
1802 wurde im Auftrag des Kurfürsten Max Josef von Pfalz-Bayern der Wiederaufbau des zerstörten Hofgärtner Hauses unter Kaspar Huschberger begonnen. 1803/04 kam der Landschaftsgärtner Maximilian Friedrich Weyhe (1775 – 1846) nach Düsseldorf und zog in das Hofgärtnerhaus.
Im letzten Krieg wurde das Hofgärtnerhaus zerstört und 1955 wieder aufgebaut. Dabei wurde das Gebäude um je eine Seitenachse erweitert und für das Goethemuseum hergerichtet. Seit 1988 befindet sich im Hofgärtnerhaus das Theatermuseum der Landeshauptstadt

<HF, 8/2020)

(Quellen: wikipedia, Wolfgang Rolshoven)